„The way to a man’s heart“

So lautet der Titel dieses Kochbuches.  ;-)) Witzig, oder? Das Buch wirkt natürlich ziemlich antiquarisch, aber es ist ja auch tatsächlich schon 90 Jahre alt!

Von "Alligator or Avocado Pear Salad" bis "Zwieback Torte" - Im Settlement Cookbook steht wohl alles drin, was man für einen Haushalt Anfang der 1900er-Jahre wissen musste ;-)

Von „Alligator or Avocado Pear Salad“ bis „Zwieback Torte“ – Im Settlement Cookbook steht wohl alles drin, was man für einen Haushalt Anfang der 1900er-Jahre wissen musste 😉

 

Ich hüte es als meinen kostbaren Küchenschatz, weil da so ganz spezielle Rezepte und superviele Tipps und Anleitungen drinstehen. Und vor allem wegen der handschriftlichen Anmerkungen meiner Grossmamma. Bei der Potato Chocolate Torte, die ich dir in diesem Post vorstelle, machte sie zwei Kreuze, ganz viele Häkchen und änderte die Zuckermenge ein bisschen ab. Und genauso, wie sie den würzigen Schokoladenkuchen gebacken hat, gebe ich dir das Rezept weiter. Du wirst begeistert sein. Magst du Zimt, Nelken und Vanille? Dann musst du das Rezept sowieso ausprobieren, denn diese Gewürze sind im Kuchen drin – und zwar nicht zu knapp. Weil auch Kartoffeln im Teig sind, bleibt er während Tagen schön feucht. Das heisst, wenn er überhaupt mehr als einen Tag übersteht. Tut er aber nicht, das kann ich dir jetzt schon sagen. A propos Kartoffeln: Verwende bitte nur eine mehligkochende Sorte – sonst klebt’s – und am besten gekochte Kartoffeln vom Vortag.

 

 

Potato Chocolate Torte - nach den Notizen im Kochbuch eines der Lieblingsrezepte meiner Grossmamma.

Potato Chocolate Torte – nach den Notizen im Kochbuch eines der Lieblingsrezepte meiner Grossmamma.

 

Das intensive würzige Aroma erhält der Schokoladekuchen von den Gewürzen Zimt, Nelke, Vanille.

Das intensive würzige Aroma erhält der Schokoladekuchen von den Gewürzen Zimt, Nelke, Vanille.

 

Du kannst den Schokoladekuchen ganz easy in der Tassenversion nachbacken oder ganz korrekt mit Abwiegen beziehungsweise mit richtigen Cup-Messbechern.

Du kannst den Schokoladekuchen ganz easy in der Tassenversion nachbacken oder ganz korrekt mit Abwiegen beziehungsweise mit richtigen Cup-Messbechern.

Yummy! Und jetzt rein in den Ofen mit der Potato Chocolate Torte.

Yummy! Und jetzt rein in den Ofen mit der Potato Chocolate Torte.

Der Schoggiguss

Echt speziell ist bei dem Kuchen auch der Guss. Ich mag diese Art von Kuchen zwar auch sehr gerne ohne Guss, einfach überzuckert. Aber dieser Guss ist …

  1. … schnell gekocht.Ja, stimmt schon – die Schokolade wird nicht nur geschmolzen, sondern blubberig gekocht. Das allein ist ja schon aussergewöhnlich, nicht wahr?
  2. … ganz einfach.
  3. … fix aus Zutaten gezaubert, die du vorrätig hast.
  4. … sososo schön schoggig glänzend.
  5. Ja klar: natürlich ist er fein, fein, fein!

Potato Chocolate Torte

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reicht für: Kuchenform 24 cm vorbereiten: kochen:

Zutaten

  • 1 Cup/225 g Butter
  • 1 Cup/200 g Zucker
  • ½ Cup/1,2 dl Rahm
  • 1 Cup/120 g gekochte geriebene Kartoffeln (mehligkochend)
  • 1 Cup/ 100 g Mandeln
  • 2 Tafeln/200 g dunkle Schokolade
  • ¼ Teelöffel Nelken, gemahlen
  • ¼ Teelöffel Zimt, gemahlen
  • 4 Eigelbe
  • 1 ½ Cups/175 g Mehl
  • 1 Teelöffel Vanille
  • 1 Zitrone, abgeriebene Rinde
  • 2 Teelöffel Backpulver
  • 4 Eiweisse

Anleitung

Zimmerwarme Butter mit dem Zucker schaumig rühren. Ein Eigelb nach dem anderen darunter rühren. Dann nach und nach alle weiteren Zutaten beigeben, mischen. Zuletzt die steiggeschlagenen Eiweisse vorsichtig unterheben. In die vorbereitete Springform füllen und während 50 Minuten bei 180° backen.

Schokoladeguss:

100 g  schwarze Schokolade
6 EL    Wasser
6          Würfelzucker

Alle Zutaten gibst du zusammen in einen Topf und lässt sie ein paar Minuten schön blubberig köcheln. Achtung; immer wieder umrühren, damit die Mischung nicht am Topfboden anbrennt. Dann über den Kuchen giessen und nach Lust und Laune und Geschmack verzieren. Kurz auskühlen lassen – et voilà!

 

Wie kam meine Grossmamma überhaupt zu dem Kochbuch? Sie wanderte um die Jahrhundertwende als junge Frau nach West Allis, Milwaukee, in den USA aus, um dort ihr Glück – oder zu der Zeit wohl eher eine Zukunft – zu suchen. Sie fand auf jeden Fall ihre Liebe dort. Jahre später kehrte sie mit Ehemann und zwei Knirpsen – einer von ihnen mein Paps – zurück in die Schweiz. Und eben mit dem Settlement Cook Book im Gepäck, in dem ich unsern Familienkuchen im Originalrezept wiederfand. Weil wir in unserer Familie das Rezept erst ewiglang nur nach einer mündlichen Überlieferung buken, verwendeten wir für „Cup“ tatsächlich einfach irgendeine Tasse. Wir kannten die Masseinheit nicht und fanden es schlicht praktisch, dass das Rezept ohne Abwiegen funktioniert. Und es funktionierte tatsächlich. Der Kuchen wurde immer mmmmh so fein! Du kannst ihn also ganz easy in der Tassenversion nachbacken oder ganz korrekt mit Abwiegen beziehungsweise – wenn du hast – mit richtigen Cupmessbechern. So stylische Cupmessbecher zum Beispiel wie die von Sophie. Pssst – sie weiss gar nicht, dass ich sie mir kurz ausgeliehen habe ;-))